„Im Jahr 2026 ist die Frage, ob man zu Hause kocht oder Fertiggerichte kauft, keine häusliche Angelegenheit mehr, sondern wird zunehmend zu einer wirtschaftlichen Rechnung. Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Jahren ungleichmäßig gestiegen, wobei sich die Grundzutaten langsamer verteuerten als Dienstleistungen, Logistik und Catering. Gleichzeitig passen sich Lieferdienste und Fertiggerichte aktiv an die Nachfrage an und bieten Sonderangebote und Abonnements an, was den Anschein erweckt, dass es eine günstige Alternative zum Kochen zu Hause gibt. Betrachtet man jedoch nicht eine einzelne Bestellung, sondern die systematischen Ausgaben über einen Monat hinweg, wird das Bild komplizierter“, erklärte sie.
Die Hausmannskost sei immer noch die billigste Option, wenn man die direkten Ausgaben für Kalorien und Nährwert betrachte, sagte sie. Selbst angesichts der steigenden Preise für Fleisch, Gemüse und Milchprodukte sind die Kosten für eine Portion zu Hause meist niedriger als bei Fertiggerichten vergleichbarer Qualität.
„Im Jahr 2026 wird jedoch zunehmend der Zeitfaktor in diese Berechnung einfließen. Für viele Berufstätige hat eine Stunde, die sie am Herd verbringen, eine ganz konkrete monetäre Alternative, ein zusätzliches Einkommen oder eine Erholung, die sich auf die Produktivität auswirkt“, stellte sie fest.
Zubereitetes Essen gewinnt genau auf diesem Gebiet. Es spart Zeit, verringert die psychische Belastung und liefert vorhersehbare Ergebnisse.
„Aber die Bequemlichkeit hat ihren Preis: Verpackung, Lieferung, Miete und Marketing machen einen immer größeren Teil der Kosten für solche Mahlzeiten aus, nicht die Lebensmittel. Infolgedessen sind regelmäßige Mahlzeiten mit Fertiggerichten, auch ohne die Exzesse im Restaurant, fast immer teurer als das Kochen zu Hause, vor allem, wenn es sich nicht um eine Einzelperson, sondern um eine Familie handelt“, so Kuznetsova.
Daher wird die Frage des Nutzens im Jahr 2026 nicht in einem Entweder-Oder-Format gelöst, sondern durch Ausgewogenheit. Ein vollständiger Verzicht auf Fertiggerichte ist nur dann wirtschaftlich gerechtfertigt, wenn man die Zeit und Lust hat, regelmäßig zu kochen.
„Eine vollständige Umstellung auf Lieferdienste ist zwar bequem, erhöht aber fast immer die monatlichen Kosten. Das vernünftigste Szenario ist ein gemischter Ansatz, bei dem die Grundmahlzeiten weiterhin zu Hause gekocht werden und Fertiggerichte als zeitsparendes Hilfsmittel an arbeitsreichen Tagen verwendet werden. Dieser Kompromiss erweist sich heute als der günstigste sowohl für den Geldbeutel als auch für die Lebensqualität“, resümiert der Experte.

