Ein Wissenschaftler aus Australien hat erklärt, warum alte Küchentücher besser sind als neue

Vielen wird es bekannt vorkommen: Wenn man in der Küche etwas ordentlich abwischen muss, holt man statt eines neuen, sauberen, knusprigen Küchentuchs, das am Haken hängt, ein altes, abgenutztes, leicht vergrautes, das schon lange in der Schublade liegt. Jeder weiß, dass gute alte Handtücher das Geschirr besser trocknen. Es scheint kontraintuitiv – sollten neue Handtücher, frisch aus der Verpackung, nicht besser sein als ihre abgenutzten Vorgänger? Und doch ziehen wir instinktiv abgenutzte Handtücher neuen vor.

Dafür gibt es einen Grund, erklärt die Textilexpertin Rebecca Van Ambler von der RMIT University in Australien in ihrem Artikel in The Conversation. Es gibt eine sehr wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Küchentücher mit dem Alter nur besser werden.

Die Wissenschaft der Absorption

Küchenhandtücher werden in der Regel aus Baumwolle oder Leinen hergestellt, da diese natürlichen Zellulosefasern von Natur aus hygroskopisch sind, d. h. sie nehmen Feuchtigkeit gut auf. Die Art der Faser allein ist jedoch nicht ausschlaggebend dafür, wie gut Ihr Handtuch Feuchtigkeit aufnimmt.

Die Saugfähigkeit von Textilien ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels zwischen Fasern, Garn, Gewebestruktur und anderen im Herstellungsprozess verwendeten Materialien. Textilien nehmen Wasser an zwei wichtigen Stellen auf und halten es fest: in der Faserstruktur selbst und in den Zwischenräumen zwischen den Fasern. Aus diesem Grund ist die Gewebestruktur so wichtig.

Küchentücher gibt es in vielen Ausführungen: in Leinwand- oder Köperbindung, in Waffel- oder Frottiergewebe. Warum ein altes, zerfleddertes Küchenhandtuch besser ist als ein neues Drei wichtige Faktoren spielen hier eine Rolle.

Silikon

Viele neue Textilprodukte werden mit Silikonbeschichtungen versehen. Dadurch werden sie weich und knitterfrei, was sie in den Regalen der Geschäfte attraktiver macht. Allerdings haben Silikonbeschichtungen wasserabweisende Eigenschaften. Deshalb sollten Sie neue Küchentücher vor dem ersten Gebrauch immer in heißem Wasser auswaschen.

Waschen

Während der ersten paar Waschgänge – in der Regel bis zu sechs Zyklen – verändern sich die Stoffe erheblich. Das liegt daran, dass die Stoffe während des Herstellungsprozesses unter Spannung stehen. Beim Waschen kommt es zum so genannten „Relaxationsschrumpf“, d. h. die Fäden entspannen sich und kehren in ihren natürlichen, ungespannten Zustand zurück. In der Industrie ist in der Regel eine Schrumpfung von bis zu 5 Prozent zulässig. Während die Größe Ihres Küchentuchs nach dem Waschen leicht schrumpfen kann, bleibt seine Masse unverändert, d. h. das Gewebe wird dicker und dichter. Bei Handtüchern mit Waffelgewebe kann diese Schrumpfung die dreidimensionale Struktur des Gewebes noch deutlicher hervortreten lassen und die Oberflächengeometrie und die Saugfähigkeit erhöhen. Das Gleiche kann bei Frottierhandtüchern passieren.

Alterung des Gewebes

Durch wiederholtes Waschen und Trocknen wird die Oberfläche leicht beschädigt, was ihre Eigenschaften verbessert. Feine Fasern erheben sich allmählich über die Oberfläche des Gewebes und sorgen für eine flauschigere, flauschige Textur. Sehr glatte, neue Küchentücher nehmen Feuchtigkeit schlechter auf, weil das Wasser nur schwer die Oberfläche benetzen kann – es rollt quasi in Tröpfchen über die Oberfläche, weil es keinen Kontakt zwischen dem Wasser und dem glatten Stoff gibt. Beim Waschen erheben sich jedoch mehr Fasern über die Oberfläche, so dass der Stoff leichter benetzt werden kann. Durch das Waschen erhöht sich also die Struktur der Oberfläche, was zu einer besseren Absorption führt. Wenn Sie mit „Ja“ geantwortet haben, können Sie unseren Test zur Hilflosigkeit im Haushalt leicht bestehen.

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