Warum die Selbstliebe die Liebe zu einem anderen bestimmt: Wie sie mit der Wissenschaft zusammenhängt

Eine internationale Studie, die in der angesehenen Zeitschrift Discover Psychology veröffentlicht wurde, hat zum ersten Mal empirisch bestätigt, was Psychologen und Philosophen schon seit Jahrhunderten sagen: Die Liebe zu einem Partner ist untrennbar mit der Liebe zu sich selbst verbunden.

Die Forscher befragten 460 Teilnehmer und fanden heraus, dass zwei Komponenten der Selbstliebe – Selbstfürsorge und Selbstakzeptanz – den Grad der Leidenschaft, Intimität und Bindung in romantischen Beziehungen direkt vorhersagen, berichtet .

Es stellt sich heraus, dass die Fähigkeit, sanft mit unserer eigenen Persönlichkeit umzugehen, sich direkt darauf auswirkt, wie wir Intimität mit einer anderen Person aufbauen. Das Konzept des Narzissmus ist lange Zeit vage und sogar verdächtig geblieben, da es mit Narzissmus oder Selbstbezogenheit verwechselt wurde.

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Moderne Forscher haben jedoch drei eindeutige Komponenten identifiziert: Selbstkontakt (die Fähigkeit, sich selbst zu hören), Selbstakzeptanz (die Fähigkeit, die eigenen Grenzen anzuerkennen) und Selbstfürsorge (die Bereitschaft, Dinge zu tun, die Glück bringen). Interessanterweise erwiesen sich die beiden letztgenannten Komponenten als signifikante Prädiktoren für eine gesunde Liebe, während die dritte Komponente – der Selbstkontakt – keinen statistischen Einfluss auf die Beziehungsqualität hatte, was auf die komplexe Natur dieser Beziehung hinweist.

Wissenschaftler sehen die Mechanismen dieses Einflusses als körperliche und neurobiologische – sich überschneidende Gehirnbereiche, die für die Wahrnehmung des Selbst und des Anderen verantwortlich sind. Wenn wir Geschichten über romantische Liebe oder elterliche Bindung hören, werden ähnliche Bereiche der für das Belohnungssystem zuständigen subkortikalen Strukturen aktiviert.

Das bedeutet, dass unser Gehirn keine harte Grenze zwischen „ich liebe mich“ und „ich liebe dich“ zieht – diese Zustände werden aus denselben neuronalen Quellen gespeist. Evolutionspsychologen fügen diesem Bild eine wichtige Nuance hinzu: Positive Illusionen über uns selbst können sich auf einen Partner ausweiten.

Menschen neigen dazu, ihren Partner zu idealisieren, und diese Idealisierung funktioniert wie ein Spiegel – wir sehen in dem anderen ein Spiegelbild unseres eigenen positiven Selbstbildes. Je mehr wir uns um uns selbst kümmern, desto mehr Ressourcen finden wir, um das Beste in unserem Partner zu sehen und ihm/ihr kleine Unvollkommenheiten zu verzeihen.

Die Studie ergab auch, dass die Zufriedenheit in einer Beziehung nicht so sehr durch Selbstliebe als vielmehr durch Selbstmitgefühl vorhergesagt wurde – die Fähigkeit, in Zeiten des Leidens freundlich zu sich selbst zu sein und die Gemeinsamkeit der menschlichen Erfahrung zu erkennen.

Diese Entdeckung verändert den Fokus: Es ist nicht nur wichtig, sich selbst zu lieben“ im Sinne von Selbstverherrlichung, sondern in der Lage zu sein, sich in schwierigen Momenten zu unterstützen, ohne in Selbstkritik und Isolation zu versinken. Diese Fähigkeit schafft die innere Widerstandskraft, die es uns ermöglicht, schwierige Phasen als Paar zu überstehen.

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