Warum ein Hund sich wälzt, bevor er sich hinlegt: Navigation, Sicherheit und ein uraltes Ritual

Haben Sie schon einmal beobachtet, dass Ihr Hund einen rituellen Tanz vollführt, bevor er sich auf ein weiches Sofa legt: Er dreht sich mehrmals auf der Stelle, stampft und scharrt manchmal sogar mit den Pfoten auf der vollkommen glatten Oberfläche?

Von außen betrachtet sieht das lustig und sinnlos aus, aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei um den tiefsten Instinkt, der den Hunden von ihren wilden Vorfahren vererbt wurde und gleich mehrere wichtige Funktionen hat, berichtet der Korrespondent von .

In der freien Wildbahn schlafen Wölfe und Wildhunde niemals auf einer weichen, vorgefertigten Unterlage. Sie bauen sich einen Schlafplatz im Gras, im Laub oder im Schnee, den sie zunächst feststampfen müssen, um ihn flach und bequem zu machen. Das Umkreisen hilft, hohes Gras zu glätten, Dornen oder Steine zu entfernen und eine Mulde zu schaffen, in der der Körper vor Wind und Kälte geschützt ist.

Die zweite Funktion ist die Thermoregulation. Je nach Wetterlage bewegen sich Wildhunde unterschiedlich. Bei heißem Wetter harken sie die oberste Schicht des Bodens auf, um an kühleren Boden zu gelangen.

Bei Kälte hingegen zertrampeln sie Schnee oder Blätter, um eine isolierende Schicht zu schaffen. Selbst auf dem Sofa bleibt dieser Instinkt erhalten: Der Hund „stimmt“ sich auf die Temperatur des Schlafplatzes ein.

Die dritte Funktion ist die Sicherheit. Das Kreisen ermöglicht einen 360-Grad-Blick auf die Umgebung und stellt sicher, dass keine Raubtiere oder Bedrohungen in der Nähe sind.

Gleichzeitig prüft der Hund, ob es gefährliche Bewohner gibt – Schlangen, Insekten. Dieses uralte Überlebensprotokoll funktioniert sogar in einer Stadtwohnung, wo die einzige Gefahr eine auf dem Sofa vergessene Fernbedienung ist.

Die vierte Funktion ist die Markierung. Hunde haben Geruchsdrüsen an den Pfoten. Indem sie intensiv auf einer Stelle herumstampfen, hinterlassen sie ihren Geruch und markieren den Bereich als sicher und ihr Eigentum.

Dies signalisiert Artgenossen: „Das ist mein Platz, Zutritt verboten“. Selbst wenn keine Artgenossen in der Nähe sind, bleibt das Ritual als Teil des Verhaltensrepertoires bestehen.

Die fünfte Funktion ist die psychologische Vorbereitung auf den Schlaf. So wie der Mensch sich vor dem Schlafengehen die Zähne putzt oder ein Buch liest, kommt der Hund mit Hilfe des Kreisens in einen Ruhezustand.

Es ist ein Ritual, das das Nervensystem vom Wachzustand in den Ruhezustand versetzt. Wenn Sie es unterbrechen, können Sie diesen Übergang stören und es Ihrem Hund erschweren, sich zu entspannen.

Manchmal kann die Intensität des Schleuderns ein Zeichen für ein Problem sein. Wenn Ihr Hund sich zu lange dreht, nicht zur Ruhe kommt, ständig aufsteht und wieder anfängt, könnte dies ein Zeichen für Unwohlsein sein: wunde Gelenke, Magenprobleme oder einfach ein unbequemes Bett.

Ältere Hunde drehen sich aufgrund von Arthrose oft länger und versuchen, eine Position zu finden, die den Schmerz minimiert. Wenn Ihr Hund das nächste Mal seinen abendlichen Tanz beginnt, sollten Sie ihn nicht hetzen.

Lassen Sie ihn das Ritual zu Ende führen, auch wenn Sie müde sind und wollen, dass er sich früher hinlegt. Es ist für ihn nicht nur eine Laune, sondern eine uralte Zeremonie, die ihn mit Tausenden von Generationen von Vorfahren verbindet, die sich auf die gleiche Weise unter den Sternen ins Bett legten, lange bevor es Sofas und warme Decken gab.

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