Jedes Jahr im Frühjahr macht sich in den Gärtnerforen Panik breit: Eine oder zwei Wochen sind vergangen, und die Möhren im Beet denken nicht einmal daran, auszutreiben.
Möhren sind eine fest keimende Pflanze, und in kalten Böden können ihre Samen bis zu drei Wochen lang unbeweglich liegen, da sie mit Feuchtigkeit gesättigt sind und auf stabile Wärme warten, berichtet der Korrespondent von .
Die ätherischen Öle, die die Samen umhüllen, schützen sie vor einer vorzeitigen Keimung, aber sie verlangsamen auch den Prozess, wenn man der Pflanze nicht hilft. Erfahrene Gärtner kennen einen Trick: Vor dem Einpflanzen sollten die Samen „ausgetrickst“ werden, indem ein Teil der ätherischen Öle mit warmem Wasser abgewaschen wird.
Es genügt, sie einen Tag lang einzuweichen und das Wasser mehrmals zu wechseln, und die Sprossen erscheinen eine Woche früher. Manche Menschen barbarisieren die Samen sogar mit einem Aquarienkompressor, um sie mit Sauerstoff zu versorgen und ihr Erwachen zu beschleunigen.
Aber selbst vorbereitete Samen keimen nicht, wenn der Boden nach dem ersten Regen ausgetrocknet oder verkrustet ist. Möhren brauchen bis zum Keimen eine konstante Feuchtigkeit in der obersten Schicht, sonst dringt der zarte Keim nicht in den harten Boden ein.
Viele Menschen decken das Beet mit Frischhaltefolie oder Vlies ab, um Feuchtigkeit und Wärme zu speichern. Eine Frau hat einmal Möhren zu tief gesät, weil sie dachte, das wäre besser für sie.
Das Ergebnis war, dass die Samen in der dichten Erdschicht erstickten und nicht ans Licht gelangen konnten. Die Aussaattiefe für Möhren sollte bei leichten Böden nicht mehr als zwei Zentimeter und bei schweren Böden nicht mehr als eineinhalb Zentimeter betragen – das ist eine Binsenweisheit.
Ein weiterer Grund für den Mangel an Keimlingen sind Schädlinge. Ameisen zum Beispiel fressen mit Vorliebe süße Karottensamen und können innerhalb weniger Tage die gesamte Furche ausräumen, so dass der Gärtner ein leeres Beet vorfindet.
Erfahrene Gärtner mischen daher Samen mit Tabakstaub oder Asche, um Insekten abzuschrecken.
Und nur wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden – Temperatur, Feuchtigkeit, Tiefe und Schutz – werden die Karotten den geduldigen Gärtner mit freundlichen Keimsprossen belohnen. Und dann beginnen die interessantesten Dinge: Ausdünnen, Jäten und Warten auf das süße Knacken im eigenen Beet.
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