Psychologen haben sechs Themen identifiziert, über die Paare jahrelang nicht sprechen, obwohl gerade das Schweigen darüber zu einer Zeitbombe unter dem Fundament der Beziehung wird.
An erster Stelle – Geld: Budget, Kredite, Ausgaben, finanzielle Undurchsichtigkeit, berichtet der Korrespondent von .
Die Sozialarbeiterin warnt, dass man ohne offenen Dialog anfängt, über die Werte und Absichten des Partners zu spekulieren, und diese Spekulationen sind fast immer schlimmer als die Realität. Die emotionale Distanz wächst unmerklich, aber unaufhaltsam.
Pixabay
Die zweite verbotene Zone – die Grenzen zu Verwandten und Freunden. Plötzliche Besuche der Schwiegermutter, zu freimütige Details, die mit Freunden geteilt werden – es ist unangenehm, darüber zu sprechen, es scheint wie ein Vorwurf zu klingen.
Der Familientherapeut erklärt: Der Konflikt entsteht nicht wegen der Verwandten selbst, sondern wegen des Eindrucks, dass der Partner seine Interessen über die eigenen stellt. Klare Regeln in diesem Bereich stärken den Teamgeist, aber um sie aufzustellen, muss man die Angst überwinden, besitzergreifend zu wirken.
Das dritte und vielleicht intimste Thema ist Sex und Intimität. Der Wunsch, etwas Neues auszuprobieren, oder die Unzufriedenheit mit der Häufigkeit der Intimität, wir schweigen aus Angst vor Beleidigung oder Ablehnung.
Doch der Preis des Schweigens ist hoch: Sexuelle Intimität gibt uns die emotionale Bindung und Bestätigung, die Beziehungen am Leben erhält. Das Paradoxe daran ist, dass das Sprechen über Unzufriedenheit die Spannung vorübergehend erhöhen kann, aber sein Fehlen führt garantiert zu einer allmählichen Abkühlung und Entfremdung.
Die Erziehung künftiger Kinder ist das vierte Thema, das Paare bis zum Schluss aufschieben. Der Psychologe ist erstaunt, wie wenig Menschen vor der Geburt eines Kindes über Erziehungsstile, Werte, Hemmungen und Erziehungsansätze sprechen.
Die Entdeckung grundlegender Meinungsverschiedenheiten, wenn das Baby bereits in den Armen liegt, ist ein enormer Stressfaktor für die ganze Familie. Es ist besser, die Erwartungen im Voraus abzustimmen, als sich später mit den Folgen von chronischem Schlafmangel und Hormonstürmen auseinanderzusetzen.
Das fünfte Thema ist das Treffen einseitiger Entscheidungen: ein Auto kaufen, ohne den Partner zu fragen, oder einen Verwandten einladen, einen Monat lang bei einem zu wohnen. Der Therapeut sieht dies als einen unausgesprochenen Wunsch nach mehr Unabhängigkeit, der normal und natürlich ist, aber eher eine offene Diskussion als ein verstecktes Manöver erfordert.
Das sechste Thema schließlich sind unerfüllte Bedürfnisse, die Angst, als „bedürftig“ zu erscheinen, die uns dazu veranlasst, jahrelang nachtragend zu sein, anstatt ehrlich zu sagen: „Mir fehlt etwas.“ Experten geben einfache Regeln für schwierige Gespräche vor: nur persönlich, keine Nachrichten, immer nur ein Thema, über sich selbst sprechen statt über Vorwürfe und den richtigen Zeitpunkt wählen.
Das Wichtigste ist, sich daran zu erinnern, dass es bei einem solchen Gespräch nicht darum geht, einen Streit zu gewinnen, sondern darum, den anderen besser zu verstehen und sich näher zu kommen. Denn echte Intimität entsteht durch die Fähigkeit, schwierige Dinge zu besprechen, und nicht durch eine stillschweigende Vereinbarung, so zu tun, als sei alles in Ordnung.
Lesen Sie auch
- Warum Paare eine Paartherapie brauchen: Womit Paare wirklich zu Psychologen kommen
- Warum die Selbstliebe die Liebe zu einem anderen bestimmt: Wie sie sich auf die Wissenschaft bezieht
