Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat in der Zeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience eine Studie veröffentlicht, die Aufschluss darüber gibt, wie sich unser Gehirn im Laufe der Entwicklung romantischer Beziehungen verändert.
Es stellt sich heraus, dass das Belohnungssystem am Anfang einen einzigartigen „neuronalen Abdruck“ des Partners bildet, aber mit der Zeit nimmt diese Spezifität ab.
Der Autor Kenji Fujisaki erklärt, dass in der Anfangsphase einer Beziehung eine hohe Aktivität der Dopaminzonen erforderlich ist, um die Leidenschaft und Exklusivität des Auserwählten aufrechtzuerhalten, berichtet .
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An der Studie nahmen 47 junge Männer teil, die sich einer fMRI-Untersuchung unterzogen, während sie auf eine zustimmende Antwort ihrer Partnerinnen oder Freunde warteten. Die Analysen zeigten, dass die Aktivitätsmuster im angrenzenden Kern zuverlässig zwischen einer Antwort auf eine weibliche Geliebte und einer Antwort auf eine Freundin oder einen Freund unterscheiden.
In diesem Fall war das Bild des Freundes im Gehirn näher an dem eines Freundes als an dem eines Partners, was die Einzigartigkeit der romantischen Verbindung in den frühen Stadien bestätigt. Der Schlüsselfaktor war jedoch die Dauer der Beziehung: Je länger das Paar zusammen war, desto weniger ausgeprägt war der neuronale Unterschied zwischen einem Partner und einem engen Freund.
Dieser Effekt blieb auch nach Berücksichtigung der subjektiven Einschätzung von Leidenschaft und Bindung bestehen, was auf zugrunde liegende biologische Prozesse hindeutet. Die Wissenschaftler betonen, dass eine Abnahme der neuronalen „Einzigartigkeit“ nicht bedeutet, dass sich die Beziehung verschlechtert – im Gegenteil, sie kann auf eine Veränderung der Mechanismen zu ihrer Aufrechterhaltung hinweisen.
Den Forschern zufolge sind die Anfangsphasen durch leidenschaftliche Liebe gekennzeichnet, die eine hohe Spezifität des Belohnungssystems erfordert. Im weiteren Verlauf der Beziehung nimmt diese Spezifität ab, was den Übergang zu einer stabileren, partnerschaftlichen Liebe widerspiegelt, die in vielerlei Hinsicht einer tiefen Freundschaft ähnelt.
Es ist, als ob das Gehirn vom „Wundermodus“ in den „Heimatmodus“ wechselt, und das ist ein normaler evolutionärer Prozess. Echte Liebe beginnt dort, wo die neuronale Exklusivität endet und ein ruhiges, verlässliches „Wir“ beginnt.
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