Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Bianca Acevedo hat in einer Sonderausgabe der Zeitschrift 12 von Experten begutachtete Artikel aus sieben Ländern über die neuesten Erkenntnisse der Liebes- und Bindungsforschung zusammengetragen.
Die Forscher setzten modernste Techniken ein – von fMRI und EEG bis hin zu virtueller Realität -, um die Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung von Paarbeziehungen zu verstehen.
Es stellte sich heraus, dass romantische Beziehungen viel komplexer und vielschichtiger sind als bisher angenommen, und dass es keine universellen Rezepte für Glück gibt, berichtet .
Pixabay
Eine der Studien in dieser Sammlung zeigt, wie Bindungsstile die emotionale Regulierung während eines Konflikts bei belgischen Paaren beeinflussen.
Negative entfremdende Emotionen wie Ärger und Irritation wurden mit Autonomiefrustration in Verbindung gebracht, während engagierte Emotionen wie Traurigkeit und Frustration mit Intimitätsfrustration verbunden waren.
Es zeigt sich, dass hinter den verschiedenen Erscheinungsformen von Unzufriedenheit unterschiedliche unerfüllte Bedürfnisse stehen, und diese zu verwechseln bedeutet, sich zu endlosen Streitereien am falschen Ort zu verdammen.
In einer anderen Studie aus der Türkei wurde festgestellt, dass sich traumatische Erfahrungen wie die Scheidung der Eltern negativ auf das Vertrauen in künftige Beziehungen von Schülern auswirken, wobei dieser Effekt durch den Bindungsstil vermittelt wird.
Ängstliche und vermeidende Bindungen, die sich in der Kindheit herausgebildet haben, führen zu Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung vertrauensvoller Bindungen im Erwachsenenalter. Die Kenntnis dieses Zusammenhangs bietet jedoch auch Hoffnung: Wenn wir unsere Traumata verstehen, können wir lernen, wieder bewusst Vertrauen aufzubauen.
Eine Studie chilenischer Wissenschaftler fügte dem Porträt der Eifersucht eine wichtige Note hinzu: Sie fanden heraus, dass Liebe mit Eifersucht korreliert und beide Gefühle adaptive Funktionen erfüllen.
Eifersucht, wenn sie in gesunder Weise zum Ausdruck kommt, hilft, romantische Bindungen zu erhalten, indem sie Bedrohung signalisiert. Japanische Kollegen stellten klar, dass in ernsthaften Beziehungen sowohl Männer als auch Frauen stärker von sexueller Untreue betroffen sind, was evolutionäre Theorien über angeborene Geschlechterunterschiede in Frage stellt.
Eine japanische Studie ergab, dass der Beziehungsstatus ein wichtigerer Faktor für die Reaktion auf Untreue sein kann als das Geschlecht des Partners. Menschen in ernsthaften Beziehungen, unabhängig vom Geschlecht, erleben sexuelle Untreue stärker.
Dies erinnert uns an eine einfache Wahrheit: Wenn wir wirklich in eine Beziehung investiert sind, haben wir etwas zu verlieren, und die Gefahr eines Verlustes trifft Männer und Frauen gleichermaßen hart. Vielleicht ist das das große Geheimnis glücklicher Paare – sie haben gleichermaßen Angst, einander zu verlieren, und schätzen daher, was sie aufgebaut haben.
Lesen Sie auch
- Was passiert, wenn man Ressentiments aufstaut: Wie positive Strategien helfen, Schwierigkeiten zu überwinden
- Warum kleine Gesten wichtiger sind als große Überraschungen: Wie die tägliche Pflege uns glücklicher macht

