Bei unsachgemäßer Verwendung oder Lagerung können Haushaltschemikalien Vergiftungen, Allergien und sogar schwere Komplikationen verursachen. Ein Arzt aus Tscheljabinsk erklärt uns, wie man erkennt, dass man durch Haushaltschemikalien vergiftet wurde und wie man sich verhalten sollte.
Dritter Platz bei den Vergiftungen
– Vergiftungen durch chemische Haushaltsprodukte stehen an dritter Stelle nach Vergiftungen durch Medikamente und Nikotin. Dabei machen sich die gesundheitsschädlichen Auswirkungen dieser Medikamente nicht immer sofort bemerkbar“, sagt Irina Perezhogina, Kinderchirurgin/Traumatologin/Orthopädin am Kinderkrankenhaus Nr. 1 in Tscheljabinsk.
Der Ärztin zufolge können solche Produkte selbst bei richtiger Anwendung gefährlich sein und im Laufe der Zeit zu chronischen Vergiftungen führen. Viele chemische Substanzen können allergische Reaktionen hervorrufen, insbesondere bei Kindern.
Wie erkennt man eine chemische Vergiftung im Haushalt?
Die Symptome einer Haushaltsvergiftung können unterschiedlich sein. Am häufigsten klagen die Betroffenen über Schwäche, Unwohlsein und Appetitlosigkeit. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und sogar spontaner Harndrang sind möglich. In schwereren Fällen kann es zu Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit, Schaum vor dem Mund und Krämpfen kommen.
Manchmal verfärben sich Haut und Lippen blau, werden zu trocken oder schwitzen umgekehrt stark. Wenn diese Anzeichen auftreten, ist es wichtig, keine Zeit zu verlieren.
Was ist zu tun, bevor der Krankenwagen eintrifft?
Das Erste und Wichtigste ist, sofort einen Krankenwagen zu rufen. Wenn die Vergiftung zu Hause aufgetreten ist, muss das Opfer, wenn möglich, nach draußen gebracht oder an die frische Luft gebracht und der Raum gelüftet werden.
Wenn eine Person bei Bewusstsein ist und durch Kosmetika, Insektizide, Fleckenentferner oder Farbstoffe vergiftet wurde, kann man Erbrechen herbeiführen, indem man ihr ein paar Gläser Salzwasser zu trinken gibt. Wenn das Opfer bewusstlos ist, sollte es auf die Seite gelegt werden, um zu verhindern, dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt.
Mit Vorsicht vorgehen. Haushaltschemikalien enthalten oft Säuren und Laugen, und in einigen Fällen kann Erbrechen Verätzungen der Speiseröhre und des Mundes verstärken, eine Schwellung des Kehlkopfes und Atemstillstand verursachen. Wenn eine Person starke Bauchschmerzen hat, sollten Sie ihr nichts zum Schlucken geben, auch kein Wasser.
Im Falle einer Vergiftung durch chemische Dämpfe sollte das Opfer so schnell wie möglich an die frische Luft gebracht und der Brust- und Halsbereich von enger Kleidung befreit werden. Wenn Lauge oder Säure auf die Schleimhäute des Mundes, der Augen oder anderer Bereiche gelangt sind, sollten diese lange – bis zu einer halben Stunde – mit viel Wasser ausgewaschen werden. Bei Atembeschwerden sollte eine künstliche Beatmung durchgeführt werden.
