Wir neigen dazu, das Altern als einen unausweichlichen Prozess zu betrachten, der ohne ausgeklügelte medizinische Eingriffe nicht beeinflusst werden kann.
Es scheint, dass die Gene, die Ökologie und der Zufall alles bestimmen und unsere Bemühungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, berichtet der Korrespondent von .
Doch die auf Big Data basierende Gesundheitsmathematik beweist das Gegenteil: Die Lebenserwartung ist durchaus berechenbar und vorhersehbar. Eine Studie mit fast 60.000 Personen, die mehr als acht Jahre lang beobachtet wurden, hat es den Wissenschaftlern ermöglicht, konkrete Zahlen über die Auswirkungen des Lebensstils auf die Sterblichkeit zu ermitteln.
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Anhand von Daten aus tragbaren Geräten zur genauen Messung von Schlaf und körperlicher Aktivität sowie detaillierten Fragebögen zur Ernährung erstellten sie ein Modell, das die Auswirkungen einer Änderung der Gewohnheiten vorhersagt. Es zeigte sich, dass minimale Verbesserungen – 5 Minuten mehr Schlaf pro Nacht, 1,9 Minuten mehr körperliche Aktivität und eine kleine Anpassung der Ernährung mit mehr Obst und Gemüse – etwa ein zusätzliches Lebensjahr bedeuten.
Ein Jahr mehr Lebenszeit, wenn man nur etwas früher ins Bett geht und ein paar hundert Meter mehr läuft. Ist das nicht die rentabelste Investition, die Sie tätigen können?
Wenn wir das Thema ernster nehmen und den Schlaf um 24 Minuten verlängern, 3,7 Minuten Bewegung hinzufügen und die Qualität der Ernährung deutlich verbessern, steigt der Gewinn auf vier Jahre eines vollen, gesunden Lebens. Dabei kommt es auf die Kombination der Faktoren an, nicht auf eine einzelne Maßnahme.
Man kann sich perfekt ernähren, aber chronischer Schlafmangel macht alle Anstrengungen zunichte. Ein ehrgeizigeres Szenario mit einer Stunde zusätzlichem Schlaf, 12 Minuten Bewegung und einer deutlich verbesserten Ernährung reduziert das Sterberisiko um 50 %.
Und die günstigste Kombination aller drei Faktoren ist mit einer 64-prozentigen Verringerung des Risikos im Vergleich zum schlechtesten Lebensstil verbunden. Zahlen, die selbst die hartgesottensten Skeptiker zum Staunen bringen.
Das russische Gesundheitssystem stützt sich ab 2026 auf die Ermittlung von Risikofaktoren für vorzeitiges Altern in Gesundheitszentren. Den Bürgern werden individuelle Programme zur Korrektur des Lebensstils angeboten, die auf objektiven Messungen der Funktionsreserven des Körpers beruhen.
Die Prävention wird personalisiert und messbar. Die Weltgesundheitsorganisation behauptet seit langem, dass 50 % der Gesundheit von der Lebensweise und nicht von der Medizin oder der Genetik abhängt.
Dies ist ein riesiger Hebel, den wir selbst in der Hand haben. Und die Berechnungen zeigen, dass es keiner großen Taten bedarf, um ein großes Ergebnis zu erzielen – kleine, aber systemische Veränderungen reichen aus.
Jeden Morgen, wenn wir uns entscheiden, ob wir pünktlich ins Bett gehen oder am Telefon hängen, ob wir spazieren gehen oder in den sozialen Medien surfen, ob wir einen Apfel oder einen Keks essen, entscheiden wir uns, ob wir zusätzliche Lebensjahre gewinnen oder verlieren. Und es wäre gut, wenn diese Entscheidung bewusst und nicht zufällig wäre.
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