Forscher der Universität Sichuan haben herausgefunden, dass der altersbedingte Verlust von Muskelmasse das Risiko einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung und ihrer schwereren Form, der Fibrose, erhöht. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Frontiers in Nutrition veröffentlicht.
Es handelt sich um Sarkopenie, eine Abnahme der Skelettmuskelmasse und -kraft, die sich mit dem Alter entwickelt. Ein Mangel an regelmäßiger Bewegung bei älteren Menschen verringert den Anreiz, die Muskelmasse zu erhalten, was den Muskelabbau beschleunigt. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Lungenerkrankungen und Entzündungen beeinträchtigen den Stoffwechsel und tragen zum Muskelabbau bei.
Die Analyse ergab, dass Sarkopenie bei Patienten mit einer Fettlebererkrankung häufiger vorkommt als bei Menschen ohne diese Diagnose – 23 % gegenüber 15 %. Außerdem war das Vorhandensein von Sarkopenie mit einem 1,58-fach erhöhten Risiko für eine Fettlebererkrankung selbst verbunden. Die Wahrscheinlichkeit, gleichzeitig eine Fibrose zu entwickeln, ein Stadium, in dem sich Narbengewebe in der Leber bildet und das Risiko einer Leberzirrhose erhöht, hat sich mehr als verdoppelt.
Die Autoren stellen fest, dass die gefundene Assoziation bei verschiedenen Methoden zur Bewertung der Muskelmasse bestehen blieb, aber davon abhing, wie die Lebererkrankung diagnostiziert wurde. Die ausgeprägtesten Assoziationen wurden beobachtet, wenn die Fettleibigkeit der Leber mittels Computertomographie bestätigt wurde. Bei Verwendung der transienten Elastographie wurde die statistische Signifikanz in einer Reihe von Analysen reduziert.
Die Forscher betonen, dass Sarkopenie als potenziell modifizierbarer Risikofaktor angesehen werden kann. Aufgrund von Unterschieden bei den Diagnosemethoden und dem Design der eingeschlossenen Studien ist es jedoch noch zu früh, um von einem direkten kausalen Zusammenhang zu sprechen.
