Die modernen sozialen Medien sind eine unerschöpfliche Quelle für Haushaltstricks. Doch nicht jeder Lifehack aus dem Internet bringt einen echten Nutzen. Zu den beliebten Tipps, die von Bloggern aktiv verbreitet werden, gehört die Empfehlung, den Messbecher des Flüssigwaschmittels zusammen mit der Wäsche direkt in die Trommel der Waschmaschine zu werfen. Reinigungsexperten raten dringend dazu, diese Angewohnheit aufzugeben, um die Lieblingskleidung und die teuren Geräte nicht zu verderben.
Für viele scheint diese Methode eine geniale Lösung zu sein, da sie eine einfache Möglichkeit darstellt, Gel zu dosieren und gleichzeitig den Deckel von klebrigen chemischen Rückständen zu reinigen. Leider ist die Realität weit von den Erwartungen entfernt. Carolyn Forte, Geschäftsführerin des Good Housekeeping Institute’s Profile Lab, erklärt im Detail, warum dieser Trick ein fataler Fehler sein kann.
Wie die Expertin in einem Interview mit einer britischen Zeitschrift erklärte, liegt der Hauptgrund in der Entwicklung der Haushaltsgeräte. Alte Waschmaschinen verbrauchten kolossale Mengen an Wasser, und in ihnen würde der Plastikdeckel saubergespült, ohne Schaden anzurichten. Moderne, hocheffiziente Modelle sind jedoch so konzipiert, dass sie nur eine minimale Menge an Flüssigkeit verbrauchen. Unter diesen Bedingungen hat der Hartplastikdeckel oft keine Zeit, sich vollständig auszuspülen und bleibt in den Falten der Wäsche hängen.
Die Folgen können gravierend sein. Bei der intensiven Drehung der Trommel kann die Kappe an empfindlichen Stoffen hängen bleiben oder sogar Kleidung zerreißen. Außerdem kann der Kunststoff bei hohen Temperaturen oder unter dem Druck schwerer Gegenstände brechen. Es besteht die Gefahr, dass kleine, scharfkantige Bruchstücke des Deckels im Gerät verbleiben und dessen interne Komponenten beschädigen oder das Abflusssystem verstopfen, was schließlich zu schweren Schäden führt.
Anstatt blindlings den Ratschlägen aus dem Internet zu folgen, empfiehlt Carolyn Forte, sich die zusätzlichen zehn Sekunden Zeit zu nehmen und die Kappe manuell unter dem Wasserhahn im Waschbecken abzuspülen. Dies gewährleistet die Sicherheit der Garderobe und die Langlebigkeit der Geräte. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf alternative Waschmittel umzusteigen. Das können zum Beispiel Kapseln oder spezielle Wäschetücher sein, die sich vollständig in Wasser auflösen und keine Plastikmessbehälter benötigen.

