Frühe Anzeichen der Alzheimer-Krankheit zeigen sich in den Augen, haben Wissenschaftler herausgefunden

Wissenschaftler des Houston Methodist Medical Centre (USA) haben festgestellt, dass sich frühe Anzeichen der Alzheimer-Krankheit im peripheren Teil der Netzhaut manifestieren können – lange bevor Gedächtnisprobleme auftreten. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Alzheimer’s Disease (JAD) veröffentlicht.

In einem Experiment an Mäusen fanden die Forscher heraus, dass die ersten Veränderungen nicht den zentralen Bereich der Netzhaut betreffen, der normalerweise bei einer Standarduntersuchung untersucht wird, sondern ihre Peripherie. Dabei handelt es sich um den Bereich der inneren Auskleidung des Auges, der den zentralen Teil (die Makula oder den gelben Fleck) umgibt.

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um die Bereiche der Netzhaut, in denen sich die Stäbchen – die für das seitliche (periphere) Sehen zuständigen Rezeptoren – befinden. Dort wurden Anzeichen von zellulärem Stress und Umlagerungen von Müllerschen Gliazellen – Stützzellen, die die Neuronen am Laufen halten – festgestellt.

Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler erhöhte Werte des Proteins Aquaporin-4. Es ist am System zur „Reinigung“ des Nervengewebes von Stoffwechselabfällen beteiligt, einschließlich Beta-Amyloid und anderen Proteinen, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht werden. Den Autoren zufolge könnte der Anstieg seiner Konzentration den Versuch des Körpers widerspiegeln, beginnende Anomalien auszugleichen, bevor die Reinigungsmechanismen des Gehirns zu versagen beginnen.

Die Forscher schlagen vor, dass die Weitwinkelbildgebung der Netzhaut in Zukunft als nicht-invasive Methode zur Frühdiagnose eingesetzt werden könnte. Wenn sich die Daten in Humanstudien bestätigen, könnte eine Routineuntersuchung beim Augenarzt es möglicherweise ermöglichen, die Krankheit Jahre vor dem Auftreten kognitiver Symptome zu erkennen.

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