Kinderneurologe: Ein Leitfaden für pflegende Eltern

Illustration / Foto: aus offenen Quellen

Bei den meisten neurologischen Störungen im Kindesalter handelt es sich nur um vorübergehende Schwierigkeiten, die bei frühzeitiger Behandlung leicht behoben werden können.

Das Nervensystem eines Kindes ist ein komplexer Mechanismus, der sich in den ersten Lebensjahren von einfachen Reflexen zu komplexen geistigen Prozessen entwickelt. Der Kinderneurologe ist der wichtigste Verbündete der Eltern bei der Überwachung dieser Entwicklung. Anders als in der Erwachsenenpraxis arbeitet der Arzt hier mit dem „wachsenden“ Gehirn, das eine enorme Fähigkeit zur Erholung besitzt, wenn ein Problem rechtzeitig erkannt wird.

1. Wer ist ein pädiatrischer Neurologe und was studiert er/sie?

Dieser Facharzt befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des zentralen (Gehirn und Rückenmark) und peripheren Nervensystems. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen nicht nur schwerwiegende Pathologien, sondern auch funktionelle Merkmale: Schlafstörungen, Hyperaktivität, Verzögerungen in der sprachlichen und motorischen Entwicklung. Der Arzt beurteilt, wie harmonisch sich die Gehirnstrukturen des Kindes altersgemäß entwickeln – vom ersten Schrei bei der Geburt bis zur Teenagerkrise im Alter von 18 Jahren.

2. „Red Flags“: Wann ist eine Beratung notwendig?

pädiatrischer Neurologe

Für Eltern ist es wichtig zu wissen, welche Symptome eine professionelle Beurteilung erfordern. Wir haben sie nach Altersgruppen kategorisiert:

  • Kleinkinder (unter 1 Jahr). Das Baby schläft schlecht, erbricht häufig und heftig, wirft ständig den Kopf zurück, zittert beim Weinen mit den Armen oder dem Kinn. Verzögerte motorische Fähigkeiten (es kann sich nicht rechtzeitig umdrehen, aufsetzen oder krabbeln) sind ebenfalls Gründe für einen Besuch.
  • Vorschulkinder (2-6 Jahre). Fehlen von phrasalem Sprechen im Alter von 2,5 Jahren, Ungeschicklichkeit (das Kind fällt oft auf eine flache Stelle), unvernünftige Wutanfälle, Enuresis (nächtliche Inkontinenz), Auftreten zwanghafter Bewegungen (Blinzeln, Seufzen).
  • Schulkinder (7-18 Jahre alt). Regelmäßige Beschwerden über Kopfschmerzen, schnelle Ermüdung beim Lernen, nachlassende Konzentration, plötzliche Stimmungsschwankungen oder Tics, die bei Stress zunehmen.

3. Wie der Termin verläuft: ohne Angst oder Tränen

Eine moderne Untersuchung durch einen Neurologen ist weder schmerzhaft noch beängstigend. Sie gleicht oft einem Spiel.

  1. Anamneseerhebung. Der Arzt befragt die Eltern eingehend über die Schwangerschaft und das Verhalten des Kindes zu Hause.
  2. Visuelle Untersuchung. Der Arzt beobachtet, wie das Kind die Praxis betritt, sich bewegt und kommuniziert.
  3. Tests. Die Reflexe werden mit einem speziellen Hammer getestet, und die Koordination und der Muskeltonus werden mit einfachen Aufgaben geprüft.
  4. Zusätzliche Methoden. Falls erforderlich, werden sichere Verfahren wie Neurosonographie (Ultraschall des Gehirns durch die Fontanelle), EEG (Überwachung der Gehirnaktivität) oder Doppler-Ultraschall der Halsgefäße verordnet.

Kinderneurologe

4. Vorbeugung: Wie kann man dem Nervensystem des Kindes helfen?

Die Gesundheit des Gehirns hängt zu 70 % vom Lebensstil ab. Hier sind drei Säulen der Prävention:

  • Einhalten des Biorhythmus. Das Gehirn eines Kindes erholt sich nur, wenn es schläft. Es ist wichtig, die Rituale des Einschlafens zu beachten und abendliche Überreizung zu vermeiden.
  • Emotionales Klima. Das Nervensystem von Kindern reagiert äußerst empfindlich auf familiäre Belastungen. Eine ruhige Mutter ist ein gesundes Kind.
  • Motorische Aktivität. Die Entwicklung der Feinmotorik und der allgemeinen körperlichen Aktivität (Schwimmen, Laufen, Spielen) stimuliert direkt die für Intelligenz und Sprache zuständigen Hirnregionen.

Bei den meisten neurologischen Störungen im Kindesalter handelt es sich nur um vorübergehende Schwierigkeiten, die sich durch frühzeitiges Eingreifen leicht beheben lassen.

Nicht vergessen: Ihre Aufmerksamkeit heute ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen und glücklichen Zukunft für Ihr Kind.

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