Warum Katzen so tun, als wären sie hilflose Kätzchen: die Geheimwaffe des Schnurrens

Viele Menschen sind immer noch davon überzeugt, dass Katzen von alleine laufen und Menschen gegenüber kühl sind, aber die moderne Wissenschaft hat diesen Mythos längst zerstört.

Katzen gehen nicht nur eine Bindung mit uns ein, sie haben eine ganze Strategie entwickelt, um das menschliche Verhalten zu steuern, und das Hauptwerkzeug dabei ist ihre Stimme, wie ein -Korrespondent berichtet.

Forscher der Universität von Sussex haben herausgefunden, dass das Schnurren einer hungrigen Katze nicht nur ein lustvolles Grummeln ist, sondern ein echter akustischer Trick. In ihm ist ein spezieller hochfrequenter Ton eingewoben, der dem Schrei eines menschlichen Säuglings sehr ähnlich ist und in uns den instinktiven Wunsch auslöst, das „Kind“ sofort zu füttern.

Und diese Technik funktioniert sogar bei Menschen, die überhaupt keine Katzen mögen, was für ihre tiefe, fast hypnotische Kraft spricht. Wissenschaftler der Universität von Oregon gingen noch weiter und bewiesen, dass die Bindung zwischen einer Katze und ihrem Besitzer fast identisch ist mit der Bindung zwischen einem Kind und einem Elternteil.

Die Experimente ergaben, dass etwa 65 Prozent der Katzen eine so genannte „sichere Bindung“ zum Menschen zeigen. Sie fühlen sich in der Gegenwart ihres Besitzers ruhig und sicher, und wenn dieser verschwindet, zeigen sie Angst, sind aber froh, wenn sie wiederkommen.

Dies sind die gleichen Zahlen und Verhaltensweisen, die Psychologen bei menschlichen Kindern beobachten. Das heißt, wenn sich ein flauschiger Klumpen an Ihren Füßen reibt, markiert er nicht nur sein Revier, sondern bestätigt Ihnen gegenüber die heilige Bindung, die in der frühen Kindheit entsteht.

Wussten Sie, dass sich Katzen sogar die Spitznamen ihrer Artgenossen besser merken können als unseren Namen? Japanische Forscher glauben, dass dies ein evolutionärer Mechanismus ist: Wenn sie um Futter konkurrieren, ist es wichtig zu wissen, wer zum Napf gerufen wird – Sie oder Ihr Rivale.

Und gleichzeitig ist der Nasenabdruck bei Katzen wie bei Menschen absolut einzigartig, er ist ihr Gegenstück zu unseren Papillarmustern. Die Domestizierung im Laufe der Jahrtausende hat das Gehirn der Katze etwas kleiner gemacht als das ihrer wilden Vorfahren, aber das ist ein Plus, kein Minus.

Durch die Verkleinerung der Bereiche, die für Aggression und Angst verantwortlich sind, können sie besser mit uns im selben Haus auskommen und sogar in unserem Bett schlafen. Wenn Ihre Katze also wieder mit ihrem speziellen, durchdringenden Schnurren nach Futter verlangt, sollten Sie wissen, dass es sich dabei nicht nur um tierischen Hunger handelt, sondern um einen subtilen psychologischen Angriff, der im Laufe von Tausenden von Jahren des Zusammenlebens mit Menschen entwickelt wurde.

Lesen Sie auch

  • Warum Ihr Hund mit Ihnen traurig ist: Die Wissenschaft hat das Geheimnis der Empathie entschlüsselt
  • Was passiert, wenn Sie Ihren Hund vom Tisch aus füttern: keine Verwöhnung, sondern Abbau der Hierarchie


Share to friends
Rating
( No ratings yet )
Nützliche Tipps und Lifehacks für den Alltag