Der Abbruch einer Diät wird normalerweise als persönliche Schwäche und mangelnde Willenskraft angesehen, aber Psychologen sehen das anders.
Es gibt einen Grund, warum ein Mensch nach einem anstrengenden Tag zur Schokolade greift – das Gehirn sucht nach einem schnellen Weg, um sich zu beruhigen und die Belohnungen zu ernten, berichtet .
Das Institut für Verhaltenspsychologie stellt fest, dass Essensabstürze oft mit angesammeltem Stress und verdrängten Emotionen zusammenhängen. Das Essen wird zum am leichtesten verfügbaren Antidepressivum, das sofort wirkt, wenn auch nicht für lange Zeit.
Wenn wir uns auf eine strenge Diät setzen, erzeugen wir nicht nur ein Defizit an Kalorien, sondern auch an positiven Gefühlen. Die verbotene Frucht wird noch begehrenswerter, und früher oder später verlangt die Psyche nach einer Erlösung.
Studien zeigen, dass Menschen mit einer flexiblen Einstellung zum Essen seltener an Überernährung leiden. Diejenigen, die sich gelegentliche Abweichungen vom Plan erlauben, halten länger und erfolgreicher an einer gesunden Ernährung fest.
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen körperlichem und emotionalem Hunger zu verstehen. Der körperliche Hunger baut sich allmählich auf und kann mit jedem beliebigen Nahrungsmittel gestillt werden, während der emotionale Hunger plötzlich auftritt und etwas Bestimmtes verlangt, wie z. B. eine süße oder fette Leckerei.
Der Ernährungswissenschaftler betont in seinen Vorträgen, dass ein Zusammenbruch keine Katastrophe ist, sondern ein wertvolles Signal. Er sagt, dass das derzeitige Ernährungssystem zu starr ist und die tatsächlichen Bedürfnisse nicht berücksichtigt.
Sich nach dem Verzehr eines Brownies schuldig zu fühlen, ist weitaus schädlicher als der Brownie selbst. Es löst die Stressreaktion aus, erhöht den Cortisolspiegel und führt oft zu noch mehr Überessen nach dem Prinzip „verpasst – also bei der Musik“.
Eine interessante Beobachtung haben Wissenschaftler aus Brasilien gemacht: Menschen, die unterwegs oder vor einem Bildschirm essen, nehmen 30 % mehr Kalorien zu sich. Sie nehmen das Essen einfach nicht wahr, spüren den Geschmack und das Sättigungsgefühl nicht, so dass sie leicht die Kontrolle verlieren.
Einsamkeit und Langeweile sind häufige Begleiter des Überessens. Wenn man nichts zu tun und niemanden zum Reden hat, wird der Kühlschrank zu einem Freund, der immer da ist und nie urteilt.
Psychotherapeuten empfehlen, vor dem Gang zum Kühlschrank innezuhalten und sich zu fragen: Was will ich wirklich? Vielleicht brauche ich eine Umarmung, eine Pause oder ein einfaches menschliches Gespräch.
Essen wird Ihre emotionalen Probleme nicht lösen, es wird sie nur für eine halbe Stunde überdecken. Und dann kommen sie wieder, und die Schuldgefühle und die zusätzlichen Zentimeter auf der Taille obendrein.
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