Die Regel „nach sechs Uhr abends nicht mehr essen“ gilt seit Generationen als Axiom für die Gewichtsabnahme, obwohl Physiologen seit langem über ihre Gültigkeit streiten.
Mal sehen, was wirklich mit dem Körper passiert, wenn man sich für ein solches Ernährungsregime entscheidet, berichtet der Korrespondent von .
In den ersten Tagen wird die Euphorie der Selbstbeherrschung die möglichen Unannehmlichkeiten überwiegen. Die Waage wird ein Minus anzeigen, und Sie werden denken, dass Sie endlich die perfekte Methode gefunden haben, aber dieses Minus besteht hauptsächlich aus Wasser und einem entleerten Darm.
Am Ende der ersten Woche wird Ihr Körper anfangen, SOS-Signale zu geben. Wenn Sie um zwölf ins Bett gehen, sind sechs Stunden Hunger am Tag und weitere sechs Stunden wach sein ohne Essen am Abend zu lang.
Ihr Blutzuckerspiegel sinkt ab und Ihr Gehirn schaltet auf Alarmbereitschaft. Sie werden unter Schlaflosigkeit leiden, denn der hungrige Körper ruht nicht, sondern sucht nach Ressourcen zum Überleben.
Nach einigen Wochen dieses Regimes wird sich der Körper an den Stress gewöhnen und seinen Stoffwechsel verlangsamen. Er beginnt, Energie zu sparen, die Körpertemperatur sinkt, Lethargie und Apathie treten auf – das klassische Bild einer Hungersnot.
Die Forschung bestätigt, dass lange Pausen zwischen den Mahlzeiten zu einem Verlust an Muskelmasse führen. Es ist für den Körper leichter, Muskeln zu verbrennen, die viel Energie benötigen, als Fett abzubauen.
Die Insulinempfindlichkeit ist zwar abends geringer, aber das ist kein Grund, zu hungern. Das Abendessen sollte nur leicht und eiweißhaltig sein, damit der Körper die Bausteine für die Erholung über Nacht erhält.
Erstaunlicherweise nehmen viele Menschen, die diese Methode ausprobieren, nach einem Monat wieder zu. Sie halten es nicht aus und stürzen sich auf ein üppiges Abendessen oder kompensieren den Kalorienmangel mit größeren Portionen am Tag.
Hinzu kommt, dass das ständige Hungergefühl am Abend den Cortisolspiegel in die Höhe treibt. Und ein hoher Cortisolspiegel trägt zur Ansammlung von viszeralem Fett in der Bauchgegend bei, das so schwer zu bekämpfen ist.
Gastroenterologen warnen, dass lange Essenspausen Gallenblasenprobleme auslösen können. Die Galle staut sich und das Risiko der Steinbildung steigt um ein Vielfaches.
Eine Alternative zu einem strikten Verbot kann ein leichtes Abendessen drei Stunden vor dem Schlafengehen sein. Hüttenkäse, Fisch, gedünstetes Gemüse – das macht satt, ohne der Figur zu schaden, und stört die Nachtruhe nicht.
Verbote wirken nur, wenn sie zeitlich begrenzt und bewusst sind. Ewiger Hunger ist nicht der Weg zur Gesundheit, sondern ein direkter Weg zu Misserfolg und Enttäuschung über sich selbst.
Lesen Sie auch
- Warum wir uns mit Junkfood vollstopfen: Die Psychologie des Essverhaltens
- Wie oft Sie trainieren sollten, um Gewicht zu verlieren, ohne Ihrer Gesundheit zu schaden
