Jede Nacht, wenn er in seinem Bett liegt, erlebt Ihr Hund ein Leben voller Verfolgungsjagden, Spiele und vielleicht sogar Ängste.
Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology, die die Gehirnaktivität von Tieren untersucht haben, haben bestätigt, was viele Hundehalter bereits vermutet haben: Hunde träumen, und die Struktur ihres Schlafes ist der des Menschen bemerkenswert ähnlich, berichtet .
Kleinere Rassen, wie Toy Terrier oder Chihuahuas, träumen viel häufiger als ihre größeren Artgenossen, wie Dackel oder Bernhardiner. Das liegt an ihrem Stoffwechsel und ihrer Gehirnfunktion: Kleine Hunde verarbeiten Informationen schneller, so dass ihre Träume wie kurze Filme wirken, während Träume bei größeren Rassen länger dauern, aber seltener auftreten.
Zuckende Pfoten, leises Wimmern oder Winseln sind sichere Anzeichen dafür, dass sich Ihr Hund in der REM-Schlafphase befindet. In dieser Phase verarbeitet sein Gehirn die Erlebnisse des Tages, festigt neue Befehle oder durchlebt emotional bedeutsame Ereignisse, sei es ein lang ersehnter Spaziergang oder die Begegnung mit einem aggressiven Artgenossen.
Aber was passiert, wenn Sie Ihren Hund mitten in einem solchen Albtraum plötzlich wecken? Zoopsychologen warnen: nichts Gutes. Ein plötzliches Erwachen aus einer Tiefschlafphase verstört das Tier mehr als einen Menschen, und der Hund erkennt seinen Besitzer möglicherweise nicht sofort und schnappt instinktiv vor Schreck zu.
Forschungen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben gezeigt, dass Hunde wie Menschen eine so genannte Schlafträgheit haben. Nach dem Aufwachen brauchen sie Zeit, um sich zu erholen und wieder mit der Realität in Kontakt zu kommen.
Wenn Sie glauben, dass Ihr Haustier etwas Unangenehmes träumt, sollten Sie es nicht durch grobe Berührungen oder eine laute Stimme aus dem Schlaf reißen. Es ist viel klüger, es in einem ruhigen, gelassenen Ton aus der Ferne zu rufen oder einfach zu warten, bis sich der Schlafzyklus auf natürliche Weise ändert.
Interessanterweise träumen Katzen, die fast zwei Drittel ihres Lebens schlafen, auch, und ihr Gehirn verarbeitet in dieser Zeit Jagdszenarien. Schnurrhaare und Pfotenballen zucken, wenn der pelzige Jäger im Schlaf Beute jagt, und eine Unterbrechung dieses Prozesses ist genauso gefährlich wie bei Hunden.
Pferde zum Beispiel können im Gegensatz zu Katzen und Hunden im Stehen schlafen, aber einen echten Tiefschlaf können sie nur im Liegen erleben. Das Gehirn von Hunden und Katzen ist so konstruiert, dass sie sich den Luxus der völligen Entspannung nur leisten können, wenn sie sich in der Nähe von Menschen, denen sie bedingungslos vertrauen, sicher und geborgen fühlen.
Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze sich zu Ihren Füßen zu einem Ball zusammenrollt und im Schlaf mit den Schnurrhaaren zuckt, ist das der ultimative Vertrauensbeweis. In der Welt der Tiere bedeutet das Schlafen neben jemandem, dass sie ihn als Beschützer und Freund auf tiefster, instinktiver Ebene anerkennen.
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