Jeden Herbst kann man auf dem Markt das gleiche Bild beobachten: Ein Verkäufer verkauft große, gleichmäßige Kartoffeln, während der Eimer seines Nachbarn halb voll mit Erbsen und geschnittenen Knollen ist.
Der Unterschied liegt oft nicht in der Sorte und Bodenfruchtbarkeit, sondern in der banalen Unkenntnis der Erntebedingungen, berichtet der Korrespondent von .
Wer zwei Wochen früher ausgräbt, bekommt die Ernte nicht, wer die Kartoffeln zu lange im Boden lässt, lässt sie austreiben oder verfaulen. Die Biologie der Kartoffel ist einfach: Nach der Blüte beginnt das aktive Wachstum der Knollen, das je nach Sorte und Wetter etwa 40-50 Tage dauert.
Wenn man den Strauch pflückt, sobald die Blüten verwelkt sind, sind die Knollen klein und haben eine dünne Schale, die sich bei der geringsten Berührung ablöst – solche Kartoffeln sind nicht zur Lagerung geeignet. Erfahrene Kartoffelanbauer verlassen sich nicht auf den Kalender, sondern auf den Zustand des Krauts.
Wenn das Kraut zu vergilben beginnt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Nährstoffabfluss von den Blättern zu den Knollen fast abgeschlossen ist. Bleibt das Kraut bis zum Frost grün, bedeutet dies, dass das Wachstum weitergeht und man sich mit der Ernte nicht beeilen muss, aber auch nicht zu spät kommen sollte.
Viele Menschen machen den Fehler, das Kraut lange vor dem Ausgraben zu mähen, damit die Schalen schneller vergröbern. Das kann man machen, aber nicht früher als eine Woche vor der Ernte, sonst haben die Knollen keine Zeit, Stärke aus den Grünresten zu gewinnen.
Gemähtes Kraut – das ist auch eine Vorbeugung gegen Phytophthora, die sich von den Blättern aus auf die Pflanze ausbreiten kann. In meiner persönlichen Praxis gab es einen Fall, in dem wir aufgrund von Frühfrösten dringend Kartoffeln ausgraben mussten, obwohl das Kraut noch grün war.
Die Ernte wurde natürlich eingesammelt, aber sie wurde schlecht gelagert, verwelkte schnell und keimte aus. Man kann der Natur nicht ein Schnippchen schlagen: Die Knollen müssen auf natürliche Weise in der Erde reifen, eine dicke Schale bekommen und einen Vorrat an Stärke für den Winter anlegen.
Lesen Sie auch
- Warum man die ersten Blüten von Setzlingen pflückt: Wie die Gier nach einer frühen Ernte Tomaten ruiniert
- Warum Himbeeren in nassen Sommern blühen: Wie der richtige Schnitt vor Graufäule bewahrt
