Wir sind es gewohnt, unsere Haustiere zu vermenschlichen und ihnen unsere Gedanken und Motive zuzuschreiben, aber Wissenschaftler sind überzeugt, dass Tiere uns anders sehen.
Die Frage ist, wen genau sie in einer großen Kreatur auf zwei Beinen sehen – einen unbestreitbaren Anführer oder nur einen seltsamen, aber beliebten Gefährten, berichtet der Korrespondent von .
Dem Forscher zufolge ist ein Mensch für einen Hund nicht nur der Anführer des Rudels, sondern etwas viel Bedeutsameres, fast eine Gottheit. Hunde lesen unsere Emotionen und Signale so gut, dass sie bereit sind, uns die Lösung schwieriger Aufgaben zu übertragen, auch wenn sie selbst in der Lage sind, diese zu bewältigen.
Ungarische Wissenschaftler führten ein Experiment durch: Sie boten Hunden an, selbstständig Futter hinter dem Netz zu holen. Diejenigen Haustiere, die emotional am engsten mit ihren Besitzern verbunden waren, versuchten nicht einmal, die Aufgabe zu lösen, sondern warteten auf ein Kommando des Menschen.
Aber wenn der Besitzer „Los!“ sagte, war das Problem sofort gelöst. Blindenführhunde hingegen zeigen eine wunderbare Unabhängigkeit, weil sie die Grenzen ihres Menschen verstehen.
Dies zeigt die erstaunliche Flexibilität ihres Denkens: Sie verstehen es, die Initiative genau in dem Maße zu ergreifen, wie es für das Gemeinwohl notwendig ist. Katzen sind in diesem Sinne subtilere Psychologen.
Sie sehen uns nicht als Anführer, sondern als … große, unbeholfene Eltern. Die Forschung bestätigt, dass Katzen auch als Erwachsene bei der Kommunikation mit Menschen viele Merkmale des kindlichen Verhaltens beibehalten – zum Beispiel miauen sie, wenn sie uns ansprechen, obwohl sie untereinander andere Laute bevorzugen.
Dies ist ein direkter Hinweis darauf, dass sie uns als Bezugspersonen wahrnehmen, als Wesen, die zur Pflege und zum Schutz verpflichtet sind. Übrigens ist auch die Fähigkeit von Katzen, Emotionen zu erkennen, hoch, sie zeigen ihre Abhängigkeit nur seltener als Hunde.
Aber beide, ob sie uns nun als Götter oder Pflegeeltern betrachten, lieben auf jeden Fall. Nur spricht ihre Liebe eine andere Sprache: Die Hingabe des Hundes besteht in der Bereitschaft zu gehorchen und zu folgen, die der Katze in der Fähigkeit, Zuwendung anzunehmen und zu erwidern, aber nur, wenn sie es für richtig hält.
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