Ich mache selbstgemachtes Eis nach einem Rezept aus der UdSSR ohne einen Tropfen Chemie: So hat es mein Großvater gemacht.

Sport24-Autorin und Hobbyköchin Oksana Polikarpova zeigt einen süßen Fund aus dem Familienarchiv.

In der UdSSR war Eiscreme eines der beliebtesten Sommerdesserts. Man kaufte es in Kiosken, aß es im Garten, auf dem Heimweg oder nach einem Spaziergang. Und sein Geschmack war ganz anders: dickflüssig, cremig, ohne fremde Aromen. Heutzutage findet man ihn kaum noch in Geschäften, aber man kann ihn leicht zu Hause zubereiten – nach einem alten, bewährten Rezept.

Ich habe diese Methode von meinem Großvater übernommen. Eigentlich ist es ein klassisches Pudding-Eis, ganz ähnlich wie in der UdSSR. Minimale Zutaten, keine Chemie und ein ziemlich einfacher Prozess.

Zutaten:

  • 4 Eigelb;
  • 150 g Puderzucker;
  • 1 Beutel Vanillin (1 g) oder 10 g Vanillezucker;
  • 100 ml Milch;
  • 500 ml Doppelrahm (mindestens 33%).

Wichtig: Man sollte es mit der Vanille nicht übertreiben. Wenn sie sehr konzentriert ist, reicht eine Messerspitze aus – sonst kann das Eis bitter werden.

Wie man es zubereitet:

In einem kleinen Topf mit dickem Boden die Eigelbe, den Puderzucker und das Vanillin vermischen. Die Masse sollte gründlich vermischt werden, bis sie völlig homogen ist, dann die Milch dazugeben. Der Topf wird auf kleinste Hitze gestellt und unter ständigem Rühren gekocht, bis die Masse leicht eindickt – bis sie die Konsistenz von Kondensmilch hat. Sie darf nicht gekocht werden: Bei Überhitzung gerinnt das Eigelb und es entsteht ein Geschmack nach gekochten Eiern.

In diesem Fall ist es besser, ihn früher vom Feuer zu nehmen, als ihn zu lange aufzubewahren. Ob die Masse fertig ist, lässt sich einfach überprüfen: Fahren Sie mit dem Finger über den Löffel mit der Masse – es sollte eine deutliche Rille zu sehen sein. Nehmen Sie die Masse vom Herd und lassen Sie sie unter gelegentlichem Rühren auf Zimmertemperatur abkühlen. Während des Abkühlens wird sie etwas dicker. Erst wenn sie vollständig abgekühlt ist, können Sie mit der Creme fortfahren.

Sie sollte sehr kalt sein und unbedingt Fett enthalten – ab 33% und mehr. Bevor man sie verwendet, sollte man sie mindestens vier Stunden, besser noch über Nacht, im Kühlschrank aufbewahren. Die Sahne wird mit kleinen Umdrehungen zu steifen Spitzen aufgeschlagen. Dann gibt man vorsichtig die abgekühlte Puddingmasse dazu und rührt mit einem Schneebesen oder Spatel, bis eine homogene Masse entsteht. Die fertige Mischung wird in ein Gefäß gegossen, abgedeckt und in den Gefrierschrank gestellt.

In den ersten drei Stunden sollte der Behälter 5-6 Mal herausgenommen und gründlich umgerührt werden – dies hilft, Eiskristalle zu vermeiden und eine zarte Textur zu erhalten. Vor dem Servieren das Eis eine Weile bei Raumtemperatur stehen lassen, damit es weicher wird, und in Cremeschalen oder Untertassen anrichten.

Der Geschmack kommt dem sowjetischen Eis sehr nahe: reichhaltig, cremig, ohne übermäßige Süße. Es ist kein Zufall, dass sich die Leute in den Kommentaren unter ähnlichen Rezepten daran erinnern, wie sie dieses Eis vor 30-40 Jahren zubereitet haben – in Tüten, in Zellophan, mit den Händen geknetet zwischen dem Zuckerguss.

Jemand reduziert die Zuckermenge auf 80 Gramm, um den Geschmack „dünner“ zu machen. Jemand macht eine sparsame Version, die nur Milch verwendet. Aber das Grundrezept bleibt dasselbe – und es ist dieses Rezept, das den „Kindheitsgeschmack“ verleiht, für den all dies begonnen wurde.

Ein solches Eis erfordert keine besonderen kulinarischen Fähigkeiten. Aber das Ergebnis kann mit jeder gekauften Version mithalten – und gewinnt fast immer.

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