Warum wir „unseren Mann“ suchen, obwohl er viel wichtiger ist: eine Entdeckung von Wissenschaftlern, die alles verändert

Wir sind davon besessen, jemanden zu finden, der so ist wie wir.

Jemanden, der unseren Geschmack, unsere Einstellungen, unsere Gewohnheiten und sogar unsere Schwächen teilt, berichtet ein Korrespondent von .

Eine Studie von Wissenschaftlern der Washington State University stellt dieses Bild auf den Kopf. Es stellt sich heraus, dass das allgemeine Maß an Wärme und Fürsorge zwischen den Partnern wichtiger ist als die Ähnlichkeit in der Art und Weise, wie sie diese Gefühle ausdrücken.

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Corey Floyd und seine Kollegen untersuchten 141 Paare und fanden heraus, dass sie selbst dann glücklicher sind, wenn einer von ihnen emotional und der andere zurückhaltend ist, als ein Paar, bei dem beide kalt bleiben. Es geht also nicht um Zufall, sondern um das Maß an Liebe, das man zu geben weiß.

Eine Atmosphäre der Wärme bildet genau die „Reserve des guten Willens“, die hilft, Konflikte zu entschärfen. Wenn man weiß, dass man geliebt wird, sind kleine häusliche Streitigkeiten keine Katastrophe mehr.

Wir verbringen Jahre damit, nicht nur nach jemandem zu suchen, der gleich aussieht, sondern perfekt gleich ist. Wir machen Fragebögen, gehen auf Dates, sortieren die „Unpassenden“ aus.

Aber der Psychologe erklärt: In der Phase des Verliebtseins schaltet das Gehirn das kritische Denken ab, wir sehen nur die Vorteile. Das kann zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern.

Und dann kommt die Prosa des Lebens. Sie bemerken, dass Ihr Partner die Zahnpastakappe nicht aufhängt, nachts schnarcht oder zu laut telefoniert. Und an dieser Stelle ist der Zufall der Zeichen nicht mehr die Antwort.

Eine weitere Ersparnis ist die Fähigkeit, Zärtlichkeit genau so zu zeigen, wie die jeweilige Person sie braucht. Nach Ansicht von Psychologen ist eine individuelle Betreuung wirksamer als alle Universalrezepte.

Der eine braucht aufmunternde Worte, der andere fünfzehn Minuten Qualitätszeit ohne Telefon. Ein Dritter braucht Berührungen, aber nur langsam und bei gedämpftem Licht.

Die Psychologin Leah Lee empfiehlt, sich den ganzen Tag über ohne Grund zu umarmen, die Hand zu halten und zu küssen. Diese Handlungen stimulieren die Synthese von Oxytocin, dem Hormon für Vertrauen und Zuneigung.

Berührungen haben sogar eine schmerzlindernde Wirkung. Die Freude über die Anwesenheit eines geliebten Menschen ist so stark, dass körperlicher Kontakt Stress und Schmerzen reduziert.

Eine Studie deutscher Wissenschaftler, die sich über 13 Jahre erstreckte und mehr als 7 Tausend Paare erfasste, zeigte eine noch kuriosere Sache. Menschen, die aufhören zu zählen, „wer wem was schuldet“, werden glücklicher.

Diejenigen, deren Tendenz zum Rechnen langsamer abnahm, verloren schneller an Beziehungszufriedenheit. Selbst eine kurzfristige Zunahme des „transaktionalen Denkens“ verringerte die Zufriedenheit – sowohl im Moment als auch zwei Jahre später.

„Unsere Ergebnisse zeigen: Wenn Menschen beginnen, sich darauf zu konzentrieren, die Dinge ‚fair‘ zu machen, verschlechtern sich ihre Beziehungen allmählich“, erklärte Studienautor Heen Gideon Pak .

Interessanterweise war die Ähnlichkeit zwischen den Partnern bei diesem Kriterium nicht von Vorteil. Wenn einer der beiden Partner zu dem Kalkül neigt, dass alles „geschuldet“ ist, sinkt die Zufriedenheit des Paares, unabhängig davon, ob der andere diese Ansicht teilt.

Liebe richtet sich nicht nach Büchern. Fürsorge und Großzügigkeit stärken Beziehungen, während die ständige Erwartung gegenseitiger Gesten unmerklich das Vertrauen und die Wärme untergräbt.

Wenn Sie also das nächste Mal eine neue Bekanntschaft nach dem Motto „unser – nicht unser“ beurteilen, denken Sie daran: Wichtiger als die Übereinstimmung Ihres Geschmacks ist, ob er weiß, wie man einfach da ist. Warm. Echt. Ohne einen Taschenrechner im Kopf.

Denn eine perfekte Ähnlichkeit bewahrt einen nicht davor, gemeinsam allein zu sein. Aber aufrichtige Wärme heilt selbst die tiefsten Wunden.

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