Was passiert, wenn man den Tee eine Minute länger ziehen lässt: Mythen über das richtige Aufbrühen entlarven

Um die Kultur des Teetrinkens ranken sich so viele Mythen und Rituale, dass man leicht verwirrt wird: Die einen servieren nur Porzellan, die anderen bestehen auf einer genau festgelegten Wassertemperatur.

Aber es gibt einen einfachen Parameter, den die meisten Leute ignorieren – die Ziehzeit, und deren Veränderung kann nicht nur den Geschmack, sondern auch den Nutzen des Getränks dramatisch beeinflussen, berichtet der Korrespondent von .

Die Rede ist von der unglücklichen Minute, die viele Menschen unter- oder übergären. Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben wird schwarzer Tee durch langes Ziehen nicht schädlich.

Wenn Sie das Gebräu nicht die üblichen 3-4 Minuten ziehen lassen, sondern 5-6, gibt das Getränk dem Wasser ein Maximum an Gerbstoffen und Antioxidantien. Es ist jedoch wichtig, es nicht zu übertreiben: Nach 10-15 Minuten beginnt die Oxidation, und der Tee verliert seinen Geschmack und bekommt einen bitteren Beigeschmack, den viele Menschen mit Stärke verwechseln.

Grüner Tee ist eine heikle Angelegenheit. Wenn Sie ihn nicht einmal eine Minute lang ziehen lassen, bleibt er „leer“ und wässrig, ohne sein Potenzial zu entfalten.

Wenn man es jedoch übertreibt, setzen die Blätter überschüssiges Thein frei, was das Getränk säuerlich macht und bei Menschen mit empfindlichem Magen Sodbrennen verursachen kann. Die ideale Ziehzeit für die meisten grünen Tees beträgt 2 bis 3 Minuten, und das Wasser sollte vollständig abgegossen werden, damit die Blätter nicht weiter dampfen.

Viele Menschen machen den Fehler, Kräutersammlungen mit kochendem Wasser aufzubrühen und sofort zu trinken. Minze oder Kamille zum Beispiel brauchen mindestens 5-7 Minuten, um dem Wasser ätherische Öle und nützliche Substanzen zu verleihen.

Wer einen solchen Tee eine Minute nach dem Aufgießen trinkt, trinkt lediglich aromatisiertes Wasser, ohne die versprochene beruhigende oder entzündungshemmende Wirkung zu erhalten.

Eine interessante Geschichte spielt sich beim Weidentee ab: Dieses Getränk erfordert eine besondere Vorgehensweise. Die fermentierten Blätter sollten mindestens eine halbe Stunde, besser 40 Minuten lang ziehen, wobei die Kanne mit einem Handtuch umwickelt werden sollte.

Erst dann kommt der Honiggeschmack zum Vorschein, und die Verdauung wird maximal gefördert. Menschen, die es gewohnt sind, ihn als normalen Tee zu trinken, sind oft enttäuscht und halten das Kraut für unbrauchbar.

Warum also schreiben die Hersteller so kurze Intervalle auf die Packungen? Meistens ist es eine Marketingmaßnahme: Je schneller der Tee zieht, desto mehr Packungen werden gekauft.

Hinzu kommt, dass viele Massensorten aus Staub und Krümeln bestehen, die wirklich in einer Minute extrahiert sind, und es ist sinnlos, sie länger aufzubewahren. Bei hochwertigem, großblättrigem Tee ist die Situation völlig anders – er braucht Zeit.

Auch das Wasser spielt eine Rolle: Hartes Leitungswasser verlangsamt den Extraktionsprozess, so dass man in Regionen mit schlechtem Wasser die Ziehzeit um 30-50 Sekunden erhöhen sollte. Wird dies nicht beachtet, wird der Tee blass und geschmacklos, auch wenn das verwendete Gebräu das teuerste war.

Es stellt sich heraus, dass genau diese zusätzliche Minute keine Glückseligkeit ist, sondern ein Hilfsmittel, das es Ihnen ermöglicht, den maximalen Genuss und Nutzen aus der Tasse zu ziehen.

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