Wie lange Hunde sich an ihre Besitzer erinnern: die Wahrheit über Loyalität und lange Trennungen

Die Geschichten von Hunden, die jahrelang an Bahnhöfen auf ihre verstorbenen Besitzer warten oder Tausende von Kilometern zurücklegen, um nach Hause zu kommen, rühren das Herz zu Tränen.

Doch was sagt die Wissenschaft über die tatsächliche Dauer des Hundegedächtnisses und ob ein Hund einen Menschen nach Jahren der Trennung wirklich wiedererkennen kann oder ob das alles nur eine schöne Legende ist, berichtet die Korrespondentin von .

Der Präsident der Russischen Kynologischen Föderation, Vladimir Golubev, erklärt, dass Hunde zwei Arten von Gedächtnis haben: ein assoziatives und ein episodisches, die beide sehr lang sein können. Das assoziative Gedächtnis verbindet bestimmte Handlungen mit Konsequenzen – dank ihm erinnert sich der Hund daran, dass das Kommando „Sitz“ mit einem Leckerli belohnt wird und dass zerrissene Hausschuhe gescholten werden.

Das episodische Gedächtnis speichert Ereignisse, die von starken Emotionen geprägt sind, und je lebhafter die Emotionen sind, desto länger bleibt die Erinnerung erhalten. Wenn der Besitzer für den Hund eine Quelle der Liebe, des Schutzes und der Freude war, prägt sich sein Bild im Gehirn auf zellulärer Ebene ein, zusammen mit seinem Geruch, seiner Stimme und sogar seinem Gang.

Wissenschaftler der Universität Budapest haben bewiesen, dass das Gehirn des Hundes ähnlich funktioniert wie das des Menschen, und dass Erinnerungen an wichtige Menschen fast für immer im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Allerdings gibt es eine wichtige Nuance: Wenn ein Hund in eine neue Familie kommt und dort genauso viel Fürsorge und Zuneigung erhält, können alte Erinnerungen durch neue, jüngere überschrieben werden.

Das Kurzzeitgedächtnis oder „echte“ Gedächtnis von Hunden dauert nicht länger als zwei Minuten. Deshalb ist es sinnlos, ein Haustier für eine Pfütze zu schelten, die es eine Stunde nach seinem „Verbrechen“ gefunden hat – es hat bereits vergessen, was es getan hat, und wird nicht verstehen, warum es bestraft wird.

Zoopsychologen von der University of British Columbia haben herausgefunden, dass der Geruchssinn eine Schlüsselrolle im Langzeitgedächtnis spielt. Die Nase eines Hundes enthält 50 Mal mehr Neuronen als die eines Menschen, und der Duft seines Besitzers prägt sich so tief in sein Gedächtnis ein, dass er jahrelang nicht nachlässt.

Experimente zeigen, dass ein Hund, der einen vertrauten Geruch wahrnimmt, auch nach Jahren der Trennung noch fröhlich mit dem Schwanz wedelt und andere Erkennungszeichen zeigt, bevor er überhaupt ein Gesicht sieht. Die Wissenschaft beantwortet also die Frage, ob sich ein Hund an seinen ersten Besitzer erinnert, eindeutig: Ja, das tut er, wenn der Besitzer ihm wichtig war.

Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass ein Welpe, der im Alter von zwei Monaten von einem Züchter übernommen wurde, als Erwachsener klare Erinnerungen an seine Mutter und seine Wurfgeschwister hat. Aber ein Besitzer, mit dem Jahre vergangen sind, mit dem er Tausende von Spaziergängen, Spielen und Momenten der Zuneigung geteilt hat, bleibt für immer im Herzen des Hundes.

Wenn Sie also nach einer langen Geschäftsreise von Ihrem Hund mit fröhlichem Gebell aus dem Schlaf gerissen werden, sollten Sie wissen, dass dies nicht nur eine Reaktion auf „einen Mann mit einer Leine“ ist. Es ist eine aufrichtige Freude, denjenigen zu treffen, dessen Bild all die Tage sorgfältig in den Tiefen der Hundeseele aufbewahrt wurde und sie in Erwartung wärmt.

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