Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Science Immunology (SciIm) veröffentlicht.
Die Forscher fanden heraus, dass ein Subtyp von Monozyten – Zellen des Immunsystems – das entzündungshemmende Molekül Interleukin-10 (IL-10) produziert, das die Übertragung von Schmerzimpulsen durch Neuronen verringert. Bei Männern waren diese Zellen deutlich aktiver, was die Wissenschaftler auf einen höheren Testosteronspiegel zurückführten.
Normalerweise werden die Schmerzrezeptoren durch eine Verletzung oder einen starken Reiz aktiviert. Bei chronischen Schmerzen können sie jedoch auch ohne eindeutige Ursache ausgelöst werden. Neue Daten zeigen, dass nicht nur die Auslösung von Schmerzen, sondern auch die Fähigkeit des Körpers, sie rechtzeitig zu „löschen“, eine wichtige Rolle spielt.
Mit Hilfe der multidimensionalen spektralen Durchflusszytometrie fand das Team heraus, dass Monozyten direkt mit Neuronen interagieren und die Signalintensität beeinflussen.
In Experimenten an Mäusen verringerte die Blockade männlicher Sexualhormone die Aktivität der IL-10-produzierenden Zellen und schwächte die schmerzlindernde Wirkung ab.
Die Ergebnisse wurden in einer Reihe von unabhängigen Tests bestätigt.
Nach Ansicht der Autoren verändert diese Entdeckung die Vorstellungen über die Natur chronischer Schmerzen und erklärt, warum Frauen häufiger unter dem Langzeitverlauf leiden. In Zukunft wollen die Wissenschaftler die Möglichkeit erforschen, Medikamente zu entwickeln, die die IL-10-Produktion anregen, um den Schmerz nicht nur zu blockieren, sondern sein natürliches Abklingen zu beschleunigen.

