Zwangsstörungen können Ihre Beziehung ruinieren: Wie Sie sie rechtzeitig erkennen

Die Zwangsstörung übersieht gewöhnliche menschliche Fehler und übertreibt die kleinen Dinge.

Spezialist erklärt, was ROCD ist / Foto pxhere.com

Zwangsstörungen (OCD) können nicht nur das tägliche Leben, sondern auch Liebesbeziehungen erheblich beeinträchtigen.

Laut der Psychologin Karen Cassiday gibt es eine gesonderte Form dieser Störung – die so genannte romance-related OCD (ROCD), bei der eine Person ständig an ihrem Partner und ihren eigenen Gefühlen zweifelt. Die Spezialistin stellt fest, dass Menschen mit dieser Art von Zwangsstörung oft auf den Gedanken fixiert sind: „Was, wenn das nicht die richtige Person ist?“. Diese Zweifel können zwanghaft werden und zu dauerhaften Trennungen mit anschließenden Wiedervereinigungen führen.

Eines der wichtigsten Anzeichen für ROCD ist die Konzentration auf imaginäre Szenarien statt auf reale Ereignisse. Die Person beginnt, beunruhigende „Was wäre wenn?“-Szenarien zu konstruieren. Was wäre zum Beispiel, wenn ein zukünftiger Partner einen im Stich lässt oder sich als „der Falsche“ entpuppt? Solche Gedanken beruhen nicht auf Tatsachen, sondern verstärken nur die Ängste.

Die Zwangsstörung führt auch dazu, dass die Bedeutung von Kleinigkeiten übertrieben wird. Geringfügige Sitionen, wie das Verpassen einer Nachricht oder die Müdigkeit des Partners, können als ernsthafte Beziehungsprobleme interpretiert werden. Infolgedessen werden gewöhnliche menschliche Fehler als Anzeichen für einen „schlechten“ Partner oder schlechte Entscheidungen wahrgenommen.

Ein weiteres Merkmal ist der Wunsch nach Perfektion. Eine Person kann die natürlichen Schwächen eines Partners oder vorübergehende Schwierigkeiten in einer Beziehung nicht akzeptieren, weil die Zwangsstörung die Vorstellung vorantreibt, dass die Liebe makellos sein muss.

Darüber hinaus führt die Störung oft zu einer ständigen Suche nach Bestätigung. Die Betroffenen fragen ihren Partner immer wieder nach ihren Gefühlen, analysieren Sitionen oder suchen Rat bei anderen, um sich zu vergewissern:

„Die Zwangsstörung führt dazu, dass man Bestätigung sucht, indem man den Partner nach seinen Absichten fragt – was er wirklich meint oder was er in Zukunft tun könnte.“

Der Psychologe betont, dass zwanghafte Zweifel ohne wirkliche Grundlage Ihrer Beziehung schaden können. Es lohnt sich daher, einen Therapeuten aufzusuchen, der mit Zwangsstörungen arbeitet, insbesondere mit kognitiver Verhaltenstherapie oder Expositions- und Reaktionsverhinderungstechniken. Dies wird dazu beitragen, den Kreislauf der aufdringlichen Gedanken zu durchbrechen und ein gesundes Gefühl für die Beziehung wiederherzustellen.

Die Ehe- und Familientherapeutin Courtney S. Batey hat schon früher wichtige Ratschläge für Menschen gegeben, die auf der Suche nach einer Beziehung sind.

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