Dies berichtete der Pressedienst der Universität gegenüber „Gazeta.Ru“.
Das Modul analysiert Computertomographiedaten und führt automatisch eine Segmentierung der Lunge, der Bronchien, der Arterien- und Venenbäume durch und identifiziert und lokalisiert Neoplasmen. Mithilfe interaktiver Tools kann der Chirurg abschätzen, wie sich die Entfernung einer bestimmten Struktur auf die Atemfunktion eines bestimmten Patienten auswirken wird.
Die Testergebnisse zeigen, dass die Genauigkeit der Segmentierung des Lungengewebes gemäß dem DICE-Koeffizienten 93 % erreicht. Die Abdeckungstiefe der Äste des Bronchialbaums beträgt bis zu 96 %, die des Gefäßbaums bis zu 97 %. Die Ergebnisse der Analyse werden in Form eines Berichts erstellt, der in die elektronische Patientenakte integriert werden kann.
„Wir sehen dieses KI-Modul als ein Werkzeug für die personalisierte Onkochirurgie. Es ermöglicht uns, von der visuellen Beurteilung zur quantitativen Analyse der Anatomie eines bestimmten Patienten und zur Vorhersage der funktionellen Folgen einer Operation überzugehen“, sagte Marina Sekacheva, Direktorin des Instituts für personalisierte Onkologie an der Sechenov-Universität.
Laut Evgeny Tarabrin, Direktor der Klinik für Chirurgie des Krankenhauses, ist es für den Chirurgen wichtig, sich im Voraus ein vollständiges anatomisches Bild zu machen – unter Berücksichtigung der Lage von Gefäßen und Bronchien. „Dies ermöglicht es, den Umfang der Resektion zu minimieren und das Risiko von Komplikationen zu verringern“, so Tarabrin.
Alexey Bychenkov, stellvertretender technischer Direktor von RTK-Radiologie, betonte, dass das System nicht nur für die Visualisierung, sondern auch für die Vorhersage der postoperativen Atemfunktion und die Berechnung des Funktionsverlustes nach der Resektion konzipiert ist. „Dieser Ansatz ist besonders wichtig für komplexe Einzelfälle“, fügte er hinzu.
Das Modul wurde in Zusammenarbeit mit Thoraxchirurgen und Radiologen entwickelt und arbeitet mit dem DIGIPAX Unified Radiology Information System. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Aufnahme der Lösung in das Register für medizinische Geräte von Roszdravnadzor. Sobald die Zulassungsbescheinigung vorliegt, soll sie in föderalen und regionalen Kliniken eingesetzt werden.

