Das Bedürfnis, von einem neuen Bekannten, einem Kollegen oder sogar einem zufälligen Passanten gemocht zu werden, ist uns allen schmerzlich vertraut.
Es scheint nur Höflichkeit oder Anpassungsfähigkeit zu sein, aber ein Psychotherapeut sieht darin ein gefährliches neurotisches Signal, berichtet ein Korrespondent von .
Der Wunsch, es allen recht zu machen, ist eine absichtlich gescheiterte Strategie, weil sie prinzipiell unerreichbar ist. Man kann sich nicht an alle anpassen, man kann nicht zu allen nett sein, und die Spannungen aus diesem Wettlauf stauen sich über Jahre hinweg an und belasten das Selbstwertgefühl und die körperliche Gesundheit schwer.
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Auf der Suche nach Anerkennung setzen wir uns Masken auf, über die die professionelle Heiratsvermittlerin mit besonderer Bitterkeit spricht. Von Kindheit an wurde uns beigebracht, auch mit denjenigen freundlich zu sein, die uns unsympathisch sind, und diese Muster sind in unserem Subkortex verankert.
Als Erwachsene geben wir viel Geld für Training aus, um das Recht auf Echtheit wiederzuerlangen, aber wir spielen weiterhin Rollen bei Verabredungen. Das Ergebnis ist, dass der Partner statt einer lebendigen Person eine falsche Pappfigur sieht, die Angst hat, „nein“ zu sagen, und nicht weiß, wie sie ihre Grenzen durchsetzen kann.
Eine gesunde Alternative zu diesem Marathon um die Zustimmung anderer Menschen heißt Durchsetzungsvermögen. Es ist die Fähigkeit, direkt und selbstbewusst über die eigenen Interessen zu sprechen, ohne zuzulassen, dass persönliche Grenzen verletzt werden, ohne dabei den Respekt vor anderen zu verlieren.
Die Formel ist so einfach wie genial: „Ich bin gut und du bist gut. Wenn es einen Konflikt zwischen uns gibt, bin ich nicht gegen dich, sondern gegen das Problem“. Das ist die Art von Verhalten, die Respekt erzeugt, während der Versuch, zu gefallen, nur den unbewussten Wunsch hervorruft, Ihnen im Nacken zu sitzen.
Viele Menschen machen den Fehler, Durchsetzungsvermögen mit Unhöflichkeit oder Egoismus zu verwechseln und dem Gesprächspartner alles aufzudrängen, was sie denken, in welcher Form auch immer. Aber der Punkt ist ein anderer: Es kommt nicht darauf an, was Sie über sich selbst sagen, sondern wie Sie Ihrem Partner Feedback geben und den Dialog in Gang halten.
Wenn wir aufhören, darum zu kämpfen, einen guten Eindruck zu machen, und uns erlauben, anders zu sein, löst sich die Spannung und macht den Weg frei für echte Intimität. Egal, wie toll ein Treffen geplant ist, man sollte immer auf sich selbst hören: Wenn sich Unbehagen einstellt, wird keine Maske die Beziehung glücklich machen.
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