Zu diesem Schluss kommen Forscher des Institute for Neuroimaging and Informatics an der Keck School of Medicine der University of Southern California. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Alzheimer’s veröffentlicht.
An der Studie nahmen ältere Erwachsene mit und ohne kognitive Beeinträchtigung teil. Die Forscher fanden heraus, dass einfache, nicht-invasive Messungen des zerebralen Blutflusses und der Sauerstoffsättigung des Gewebes mit den wichtigsten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit – der Anhäufung von Amyloid-Plaques und einer Verringerung des Volumens des Hippocampus, des für das Gedächtnis zuständigen Hirnbereichs – in Verbindung standen.
„Amyloid und Tau-Protein werden oft als die Hauptfaktoren der Alzheimer-Krankheit angesehen, aber auch die Blut- und Sauerstoffversorgung ist entscheidend“, so Amaryllis Ciknia, Hauptautorin der Studie. Ihr zufolge werden auch günstigere Werte für die Gehirnstruktur und die Biochemie beobachtet, wenn das Gefäßsystem des Gehirns „gesünder“ funktioniert.
Die Forscher verwendeten zwei schmerzfreie Methoden zur Bewertung der Gefäßfunktion. Mit dem transkraniellen Doppler wurde die Blutflussgeschwindigkeit in den großen Arterien des Gehirns gemessen, und mit der Nahinfrarotspektroskopie wurde die Effizienz der Sauerstoffversorgung des Kortex beurteilt. Mit Hilfe mathematischer Modelle wurden diese Daten dann zu integralen Indizes der zerebrovaskulären Funktion kombiniert, d. h. der Fähigkeit des Gehirns, seine Blutversorgung an Veränderungen des Drucks und des Kohlendioxidgehalts anzupassen.
Teilnehmer, deren Gefäßindizes näher an den Werten kognitiv gesunder Personen lagen, hatten niedrigere Amyloidwerte und ein größeres Hippocampusvolumen. Im Gegensatz dazu hatten Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz eine deutlich schlechtere Gefäßfunktion.
„Diese Messwerte spiegeln wichtige Aspekte der Gesundheit des Gehirns wider und stimmen mit MRT- und PET-Daten überein, die üblicherweise zur Bewertung des Alzheimer-Risikos verwendet werden“, betonte Studienmitautorin Meredith Brasky.
Die Ergebnisse untermauern die Hypothese, dass vaskuläre Anomalien ein wichtiger Teil des pathologischen Prozesses bei der Alzheimer-Krankheit sind und bereits in den frühen Stadien auftreten können.
Da die verwendeten Methoden billiger und einfacher sind als MRT und PET, könnten sie möglicherweise für ein breiteres Screening eingesetzt werden. Die Forscher setzen nun die Langzeitbeobachtung fort, um festzustellen, ob Veränderungen der Gefäßparameter weitere Gedächtnis- und kognitive Verschlechterungen vorhersagen können.

