Ein Mann kommt müde und genervt von der Arbeit nach Hause, öffnet automatisch den Kühlschrank und isst ein Sandwich, obwohl er erst vor zwei Stunden ein großes Mittagessen hatte.
Er merkt nicht, dass sein Körper nicht nach Nahrung verlangt, sondern nach Dopamin – dem Hormon der Freude und Zufriedenheit, das man am leichtesten durch vertraute und schmackhafte Lebensmittel bekommt, so der Korrespondent von .
Psychologen erklären, dass emotionales Essen kein physiologisches Bedürfnis ist, sondern eine Reaktion auf Gefühle: Traurigkeit, Angst, Langeweile oder Müdigkeit. Es ist ein ausgeprägter und weit verbreiteter Mechanismus, der die Einhaltung der Diät beeinträchtigt und zu Schuldgefühlen führt, wodurch sich der Teufelskreis des übermäßigen Essens schließt.
In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass zwischen 12 und 40 Prozent der Menschen mäßig bis stark zu emotionalem Essen neigen, und unter den Studenten erreicht der Anteil derjenigen, die unter Stress zu übermäßigem Essen neigen, beträchtliche Zahlen.
Russische Studien bestätigen die Korrelation zwischen Emotionen, Depressionen und der Neigung zur Esssucht bei jungen Erwachsenen.
Lebensmittel, insbesondere kalorienreiche und süße Lebensmittel, aktivieren die Belohnungszentren im Gehirn und setzen Dopamin frei. Dadurch entsteht eine Verhaltensmotivation, die das physiologische Hungergefühl dominieren kann – die Person isst nicht, weil sie essen will, sondern weil sie Genuss oder Komfort sucht.
Ernährungswissenschaftler nutzen die kognitive Verhaltenstherapie, um automatische Gedanken und gewohnheitsmäßige Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Essen zu erkennen und zu ändern.
Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als eine der wichtigsten Behandlungsmethoden für zwanghaftes übermäßiges Essen, weil man dabei lernt, zwischen körperlichem Hunger und emotionalem Hunger zu unterscheiden, und zwar nicht, indem man die Gefühle isst, sondern indem man sie auf andere Weise auslebt.
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