Ein Mädchen beschließt, im Interesse eines gesunden Lebensstils mit dem Kaffeetrinken aufzuhören, und fühlt sich zwei Tage später gebrochen, wütend und unfähig zu denken.
Sie gibt sich selbst die Schuld für ihre schwache Willenskraft und merkt nicht, dass sie mit einem echten Entzugssyndrom konfrontiert ist, das nach einer gewissen Zeit abklingt, berichtet ein Korrespondent von .
Ein Neurologe erklärt den Mechanismus: Koffein blockiert die Adenosinrezeptoren, die für das Müdigkeitsgefühl verantwortlich sind. Wenn eine Person abrupt aufhört, Kaffee zu trinken, öffnen sich die Rezeptoren, die an die Blockade gewöhnt sind, und die angesammelte Müdigkeit bricht wie eine Lawine zusammen, was zu einem „Entzugseffekt“ führt.
Koffeinentzugskopfschmerzen werden durch die Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn verursacht, die daran gewöhnt sind, durch Koffein verengt zu werden. Dieser vorübergehende Zustand dauert einige Tage bis zwei Wochen, danach normalisieren sich die Blutgefäße wieder und die Kopfschmerzen verschwinden.
Der eigentliche Wachheitsrausch nach einer Tasse Kaffee ist eine Illusion, denn Koffein liefert keine Energie, sondern besetzt nur die Müdigkeitsrezeptoren. Der Körper speichert ohnehin Adenosin, und sobald das Koffein nachlässt, setzt die Müdigkeit ein, so dass man gezwungen ist, wieder und wieder zu trinken.
Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, das gleiche Energieniveau haben wie Menschen, die keinen Kaffee trinken, nur eben zeitlich verschoben. Koffein steigert die Leistung nicht, sondern verteilt sie um, so dass statt eines flachen Hintergrunds Spitzen und Täler entstehen.
Der vollständige Verzicht auf Koffein normalisiert den Schlaf, denn Koffein kann bis zu 10 Stunden im Körper verbleiben und die Tiefschlafphasen stören. Selbst wenn eine Person leicht einschläft, leidet die Qualität des Schlafs, und am Morgen steht sie unausgeschlafen auf und greift wieder zum Kaffee.
Kaffee kann durch Chicorée, Iwan-Tee oder einfach warmes Wasser mit Zitrone ersetzt werden, die ohne Entzugseffekt und Herzbelastung munter machen. Das Wichtigste ist, die ersten Tage zu überstehen, in denen sich der Körper neu organisiert, und dann wird die echte, gleichmäßige Energie ohne Doping und Druckschübe zurückkehren.
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